Das Setting

Schon seit Jahrhunderten währt der Konflikt um die Stadt an der Sieg zwischen den weltlichen Herrschern und den Machtansprüchen des Erzbistums Köln. Und auch jenseits der Politik der Sterblichen strecken rivalisierende Parteien seit je her gierig ihre toten Hände gen Siegburg aus. Mal ein Herrschaftssitz der Mächtigen, mal eine Goldgrube an der Kreuzung wertvoller Pilger- und Handelsrouten gelegen, mal eine Töpferstadt auf dem Weg zur wirtschaftlichen Blüte und voller Versprechen von Reichtum und Freiheit ungeachtet des Standes – Siegburg gibt denen viel, die es verstehen, sich zu nehmen, was sie wollen und bietet Gelegenheiten für jene, die eine Vision verfolgen.

Seit die kleine Siedlung einen Hauch an Bedeutung erlangte – oder doch zumindest so lange sich der älteste hier erinnert – war Siegburg Teil des Herrschaftsgebiets, das heute, im Jahre 1288, das Bergische genannt wird. Ungeachtet des Hin und Her der sterblichen Politik und den Anfeindungen der Kölner Rivalen zum Trotze schworen die Prinzen, die Siegburg oder den Auelgau ihre Domäne nannten, ihre Lehnstreue hier stets dem Fürsten des Bergischen Landes. Bis zum Jahr 1060, als durch den Erzbischof Anno, Handlanger der wahren Macht hinter dem erzbischöflichen Stuhl, Köln durch kluge Schachzüge die Stadt für sich gewinnen konnte und – gleichsam als Machtzentrum und Symbol des Triumphes - die Burg auf dem Siegberg in eine Abtei umwandelte. Für beinahe ein Jahrhundert gelang es, diesen Status beizubehalten. Dann wandte sich erneut das Blatt und mit einem neuen Prinzen leistete ein Siegburger Ventrue wieder dem Berger den Treueeid und brachte zum Verdruss des Erzbistums Köln die Stadt zurück in den Lehnsverbund des Bergischen Landes.

Nun ist es der März des Jahres 1288. Es heißt, der Prinz von Siegburg sei tot, seine Stadt jedoch ist reich und seine Ländereien groß. Der Geruch von Blut liegt in der Luft.

 

Weitere Infos

 
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